Familientreffen und andere Katastrophen

Regelmäßig alle Jahre wieder kommt es zu zahllosen Familientreffen unterschiedlichster Art. Besonders an den Feiertagen wie Weihnachten und Ostern, sowie zu den Geburtstagen wird man unzählige Familientreffen überstehen müssen. Dabei ist ein solches Treffen für die meisten Menschen nicht immer mit reiner Freude verbunden, denn oftmals sind diese Treffen ein wahrer Kraftakt für das Nervenkostüm der einzelnen Familienmitglieder.

Nicht selten kommt es zu Streitereien, sei es wegen der Liebschaften einzelner Familienmitglieder oder sonstiger Dinge. Gerade die Großeltern und Eltern leiden dabei oft unter Altersstarrsinn. Da meint man, ihnen etwas Gutes zu tun, indem man sie am eigenen Leben teilhaben lässt, beispielsweise durch das Zeigen von Urlaubsbildern im Fotobuch des letzten Urlaubs, doch die Eltern haben nur etwas an der zu knappen Bademode auszusetzen oder warum man denn gerade diese Motive fotografiert hat.

Oftmals kommt ebenfalls der Neid hindurch, ob man denn im Lotto gewonnen habe, nur weil man eben einmal in den Urlaub gefahren ist. Und das Geld hätte ja anderweitig viel sinnvoller verwendet werden können usw. Dann ist der große Streit quasi vorprogrammiert und bis die ersten Tränen fließen, die ersten Stimmen erhoben werden, dauert es nicht mehr lange. Dann stellt sich immer wieder die Frage, warum diese Streitigkeiten immer zu Feierlichkeiten aufkommen müssen. Weihnachten zum Beispiel ist doch bekanntlich das Fest der Liebe. Doch gerade in dieser Zeit knallt es in vielen Familien gewaltig.

Der Grund dafür ist aber eigentlich völlig klar und logisch. Während man sich als Familie das ganze Jahr über aus dem Weg gehen kann, ist man an den Feiertagen sozusagen dazu verdammt, längere Zeiten mit der eigenen Familie zu überstehen. Man sieht sich, ist gezwungen, sich miteinander zu beschäftigen, zu reden usw. Dies kennt man das ganze Jahr über nicht, der Stress der Vorweihnachtszeit ist noch lange nicht abgebaut und demzufolge kann man davon ausgehen, dass sich dieser Stress dann entlädt. Denn gerade zu Weihnachten können die eigentlich so liebenswürdigen Marotten der anderen Familienmitglieder das eigene Nervenkostüm stark belasten. Wird man zu sehr strapaziert, quengeln die Kinder dann auch noch, dann ist es mit der Ruhe schnell vorbei, der Streit beginnt.

Zwar tut es den meisten Menschen im Nachhinein leid, dass sie sich aus der Ruhe haben bringen lassen, doch der entstandene Schaden ist meist nicht so einfach zu beheben. Deshalb sollte man sich bereits vor Weihnachten entspannen, versuchen, die Dinge mit mehr Ruhe zu sehen, alles etwas gelassener zu nehmen. Sinnvoll ist es auch, dieses Pflichtprogramm Familie einfach einmal auszulassen und auf das alljährliche große Treffen zu verzichten. Vielleicht fährt man über die Feiertage mit dem Partner einfach einmal weg, genießt ein wenig Entspannung und Erholung, fernab von all dem Festtagstrubel. Schon kann man auch Feiertage, wie Weihnachten, unbeschadet, ohne Geschrei, Tränen und Nervenzusammenbrüche überstehen. Doch letztendlich muss dies jeder für sich selbst entscheiden und einen ganz eigenen Weg finden, der Zerreißprobe für die Nerven entgegen zu treten.