Jugendliche und ihr Taschengeld

Ab einem gewissen Alter muss man Kindern den Umgang mit eigenem Geld nahebringen. So kann man schon im Grundschulalter eine kleine wöchentliche Summe aushändigen, die die Kleinen frei verwalten können. Immer wieder kann man Hinweise geben, dass sich die Kinder größere Wünsche erfüllen können, wenn sie etwas sparen und nicht jeden Cent gleich im nächsten Kiosk lassen. Natürlich ist die Verlockung sehr groß, sich etwas Süßes oder eine Zeitschrift zu kaufen; die Einsicht, dass das neue Spiel für die Spielkonsole einige Wochen Sparsamkeit erfordert, muss jedes Kind erst erlernen. Eltern machen einen Fehler, wenn sie einfach hergehen, und das Spiel trotzdem kaufen, denn so ist der Lerneffekt dahin.

Im Jugendalter werden die Wünsche größer, aber auch das Taschengeld, was die Kinder bekommen sollten. Man kann Unterschiede machen: Entweder bezahlt man den Kindern Pausenbrote, Kleidung und Friseur, und gibt weniger Geld, oder man überlässt den Kindern eine größere Summe, mit der sie sich jedoch vollkommen selbst versorgen müssen. Gehen die Kinder noch in die Schule muss auch die Entscheidung getroffen werden, ob die Schulsachen von den Eltern bezahlt werden, oder ob auch sie Teil des eigenen Geldes sein sollen. Wird ein Mofa oder ein Moped angeschafft, kann auch hier diskutiert werden, ob Anschaffung und Versicherungen die Eltern bezahlen, und der Sprössling nur den Sprit, oder ob der Junior das alles selbst bezahlen muss.

Viele Kinder verdienen sich etwas in Ferienjobs. Dies sollte mit der Zahlung des Taschengeldes nichts zu tun haben. Die Jugendlichen werden schnell merken, wie toll es ist, selbst verdientes und vor allem mehr Geld zur Verfügung zu haben. Wenn kein Anlass dafür besteht, Drogen, Zigaretten oder Alkohol Konsum zu vermuten, sollte man auch nicht fragen, wofür die Teenies das Geld ausgegeben haben. Eigenverantwortlichkeit muss ebenso erlernt werden, wie der Umgang mit dem Geld an sich. Bis auf wenige Ausnahmen sollte man der monatlichen Summe auch nichts weiter zuschießen, denn wenn das Geld am fünften Kalendertag weg ist, ist der Lerneffekt ziemlich groß.

Natürlich hängt die Menge des Taschengeldes vom Budget in der Familie ab. Verdienen beide Eltern in guten Jobs ist die Voraussetzung eine andere, als wenn ein Vater Alleinverdiener ist, und das Geld ohnehin vorne und hinten nicht ausreicht. Jugendliche sind so verständig, dass sie hier ein offenes Gespräch durchaus zu schätzen wissen. Nur, wenn man offen mit ihnen redet, verstehen sie auch, warum nicht mehr Taschengeld über ist. Übrigens kann man, situationsabhängig, von einem Lehrling ruhig einige Euro Kostgeld verlangen, wenn er zuhause wohnt und isst. Ob man das Geld spart und später wieder gibt, oder ob man es wirklich braucht, um die Familienkasse zu füllen, ist wieder von Familie zu Familie unterschiedlich.