Das schwarze Schaf

In jeder Familie findet sich ein so genanntes schwarzes Schaf. Oft nur über einen bestimmten Zeitraum. Eltern stellen sich immer ganz genau vor, wie das Leben ihrer Sprösslinge ablaufen soll. Die schulische Laufbahn soll reibungslos Verlaufen, in dem sie jede Klasse im oberen Mittelfeld absolvieren. Hobbys haben sie bereits nach der Geburt ausgesucht, und in den Vereinen, in denen die Eltern bereits seit Jahren Mitglied sind, gleich mit angemeldet. In den ersten Jahren ist dies auch kein Problem. Für Kinder, sind Mama und Papa das größte und alles was die machen, ist einfach nur super. Mit Papa zum Fischen gehen und dort Stunden in Ruhe zu verbringen ist für Jungen das größte. Fußballspielen im Garten ist sowieso toll, denn keiner ist ein so guter Fußballspieler wie der eigene Papa. Die Kindergartenfreunde kommen immer mit Mama oder Papa zu Besuch.

Erst mit den Jahren entwickeln Kinder eigene Interessen. Sie finden neue Freunde mit denen sie dann auch viel Zeit verbringen. Langsam beginnen die Kinder, sich etwas von den Eltern abzunabeln. Wer in dieser Zeit ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern beibehalten kann, hat meistens einen Einblick in die Entwicklung ihrer Kinder. Immer wieder muss man den Kindern die Sicherheit geben, dass sie mit allen Problemen zu einem kommen können. So werden sie in den für sie bereits schwierigen Lebensfragen unterstütz. Zum erwachsen werden, ist es für die Kinder und Jugendlichen sehr wichtig, das ihre Problem ernst genommen werden. In dieser Phase macht jeder einen Abstecher in verschiedene Lebensweisen durch. Während die einen sich wie Punks anziehen, kaufen sich andere nur noch schwarze Klamotten und fühlen sich in der Gothic Szene gut aufgehoben.

Für Eltern mag dies vielleicht ein beunruhigendes Gefühl hervorrufen. Aber denkt man sich einige Jahre mal zurück, als man selber in dem Alter der eigenen Kinder war, machte man vielleicht einen Abstecher in die Flower Power Szene. Die war mit Sicherheit auch nicht ganz harmlos. Denkt man nur allein an die vielen Drogen, die zu der Zeit ganz normal waren. Jeder liebte sich und die Welt sollte nur noch im Frieden Leben. Dagegen ist sicher nichts einzuwenden. Was man aus der eigenen Jugendzeit mitnehmen sollte, ist das Gefühl, das man in dieser Zeit hatte. Vor allem, was da einem wichtig war. Wer hat denn da immer auf seine Eltern gehört? Genau, deshalb sollte man es nicht so verbissen sehen, wenn die lieben Kinder sich auf einmal nicht so standesgemäß anziehen, wie man sich dies selber so vorstellt.

Wichtig ist doch, dass die Werte stimmen, die man den Kindern von ganz klein auf versucht zu vermitteln. Das unterscheiden zwischen gut und böse ist doch wichtiger als die Haarfarbe oder die Kleidung. Dies ist ja sowieso nur ein Ausprobieren. Irgendwann ist diese Phase vorbei und sie führen ein ganz normales Leben und bekommen vielleicht irgendwann selbst Kinder. Sie versuchen dann genau wie ihre Eltern, den kleinen alles mit auf den Weg zu geben, damit aus ihnen anständige Menschen werden. Klar dies klappt nicht immer, und manchmal kommen auch welche auf die schiefe Bahn.

Werden Gesetzte gebrochen, müssen die jungen Menschen zwar dafür die Konsequenzen tragen, aber nirgends steht geschrieben, dass sie keine zweite Chance bekommen dürfen. Fehler sind da, um daraus zu lernen. So sieht man ganz genau, wie es nicht funktioniert, damit man es danach anders machen kann und sein Leben dadurch neu gestaltet. Sicher ist es nicht leicht, wenn man dadurch als Elternteil enttäuscht wird. Kinder bleiben Kinder, egal was passiert oder wie steinig der Weg oft ist. Gemeinsam kann man es schaffen, dass sie wieder den richtigen Weg finden, bei dem sie sich eine Familie aufbauen können. Nur mit einem intakten Umfeld und Rückhalt der Familie, ist es solchen Menschen, die vom geradlinigen Weg etwas abgekommen sind möglich, das eigene Leben stabil aufzubauen.